Das richtige Geschenk – Do’s und Dont’s für Hochzeitsgeschenke


 

Hochzeiten sind, das dürfte niemanden wirklich überraschen, nach wie vor einer der beliebtesten Anlässe für Geschenke. Ebenso wenig dürfte überraschen, dass gerade dieser besondere Anlass bisweilen gewisse Schwierigkeiten mit sich bringt, wenn es um die richtige Wahl des Präsentes geht. Da kann die Kluft zwischen „gut gemeint“ und „gut gemacht“ schon einmal in erheblichem Maße auseinandergehen und statt freudestrahlender Augen gibt es lange Gesichter. Das ist enttäuschend für Schenker wie Beschenkte und sollte daher unbedingt vermieden werden – grundsätzlich und zur Hochzeit ganz bestimmt.


 

Keine leichte Aufgabe

Schenken ist immer eine heikle Angelegenheit, da es mit einer Menge Erwartungen verbunden ist, sowohl von Seiten der Geschenkeüberbringer wie auch seitens der Empfänger. Nicht zu vergessen die Erwartungen, die die Schenkenden zugleich noch an sich selbst stellen. Also werden sich die meisten Hochzeitsgäste im Vorfeld ihre Gedanken machen, womit dem Brautpaar am ehesten eine Freude bereitet werden kann.

Dabei soll das Geschenk ja immer auch ein Ausdruck der persönlichen Verbindung zwischen den beiden Parteien sein, am besten noch überraschen und zumindest den Geschmack der Beschenkten treffen. Viele Brautleute wissen um diese Schwierigkeiten und sind deshalb darauf bedacht, sich und ihren Gästen Unannehmlichkeiten zu ersparen, indem sie konkrete Wünsche äußern.

Eine klassische Variante ist in diesem Fall der Hochzeitstisch. Der ist insbesondere vor dem Hintergrund praktisch, dass die meisten Brautpaare heute nicht erst einen gemeinsamen Hausstand aufbauen müssen, sondern diesen weitestgehend bereits besitzen. Die Hochzeitstische bieten somit den Schenkenden die Möglichkeit, je nach Budget einen Teil beizutragen, ohne dabei Gefahr zu laufen, etwas zu verschenken, was bereits vorhanden ist – oder auch ansonsten keine Verwendung finden würde.

Die inzwischen wohl beliebtere Variante bei Hochzeitspaaren: sich explizit Geldgeschenke wünschen. Das mag nicht sonderlich kreativ sein, ist aber in Anbetracht der Kosten für die Hochzeit und selbstverständlich auch hinsichtlich des Freiraums bei der Verwendung des geschenkten Geldes nachvollziehbar.

In beiden Fällen gilt, dass es unbedingt sinnvoll ist, auf die Wünsche des Brautpaares Rücksicht zu nehmen. Wer sich nicht damit begnügen mag, nur ein paar Geldscheine in eine Glückwunschkarte zu stecken, darf natürlich gerne seine Kreativität unter Beweis stellen und doch noch ein persönliches Geschenk daraus machen. Oder man wendet sich sicherheitshalber an einen Ansprechpartner aus dem Umfeld von Braut und Bräutigam, als erste Anlaufstelle bieten sich hier die Trauzeugen an. Auf diese Weise dürften peinliche Momente kein Thema mehr sein – und doch schaffen es manche Geschenke immer noch, genau solche zu verursachen.

Hochzeitsgeschenke-Dont’s: Eine Auswahl

Die Hintergründe solch misslungener Geschenke sind nicht immer klar auszumachen. Von absichtlicher Bösartigkeit will niemand ausgehen, obwohl das in manchem Fall die einfachste Erklärung zu sein scheint. Oft steckt hinter solchen Fehlgriffen allerdings eher eine gut gemeinte Absicht, die wiederum kein Garant für ein gelungenes Geschenk ist. Daher an dieser Stelle als „Inspirationshilfe“ einige Geschenkideen, deren Umsetzung mindestens gut bedacht sein sollte – sofern sie sich nicht grundsätzlich schon verbietet.

1 Der Klassiker: Haushaltsgeräte

Es hält sich offenbar die Meinung, dass praktische Geschenke immer noch eine Daseinsberechtigung auf dem Gabentisch von Hochzeitspaaren haben. Möglicherweise ist das auch so, aber dann sollte das auch mit einem konkreten Wunsch der Brautleute verbunden sein. Ansonsten braucht wirklich niemand Mixer, Kaffeemaschinen, Handtücher oder Küchenutensilien und dergleichen im Umfang einer Hotelausstattung.

2 Die Staubfänger: (Selbstgemachte) Deko-Artikel

Prinzipiell ein ganz ähnlicher Fall wie die Haushaltsgeräte. Nur das hier noch der Aspekt der Nützlichkeit fehlt, dafür aber möglicherweise die Vorstellungen des Brautpaares hinsichtlich der Gestaltung ihrer eigenen vier Wände missachtet werden. Das wird auch kaum dadurch besser, dass Deko-Artikel oder Kunstgegenstände vom Schenker persönlich angefertigt wurden. Damit ist nämlich zusätzlich noch ein Gefühl der Verpflichtung auf Seiten des Brautpaares verbunden, diese Geschenke tatsächlich auszustellen – selbst wenn sie gar nicht gefallen sollten.

3 Die Anspielungen: Kinderausstattung, „Hochzeitsnachthelfer“ und Co.

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Ja, eine Hochzeit liefert sicher allerlei Ansatzpunkte für mehr oder weniger unterhaltsame Anspielungen. Das bedeutet allerdings keineswegs, dass diese Gelegenheiten genutzt werden müssen. Denn vielfach sind die Themen, um die sich derlei Anspielungen drehen, recht privater Natur – und das erfordert ein Mindestmaß an Sensibilität, in der Regel ist sogar ein gänzlicher Verzicht die angemessenere Wahl. Kritisch sind besonders:

  • Kinderausstattung: Natürlich dient die Ehe der Gründung einer Familie samt Anhang, aber die Familienplanung ist zum einen die persönliche Angelegenheit des Paares, zum anderen kann vielleicht auch gar nicht so wirklich abgeschätzt werden, ob genau diese Planung nicht möglicherweise mit negativen Emotionen besetzt ist (beispielsweise wegen eines unerfüllten Kinderwunsches).
  • „Helfer“ für die Hochzeitsnacht: Ob Dessous, Sex-Spielzeuge oder das noch einigermaßen klassische Kamasutra – Geschenke dieser Kategorie müssen besonders für eine Hochzeit als unangemessen betrachtet werden. Schließlich ist auch das Liebesleben allein Sache der Brautleute.

Daneben werden immer wieder Geschenke gemacht, aufgrund ihrer Unbedachtheit wenn nicht für Schwierigkeiten, so doch mindestens für skeptisch hochgezogene Augenbrauen sorgen dürften.

  • Überraschungen bei der Organisation: Es ist für gewöhnlich die Aufgabe des Brautpaares selbst, die Hochzeit in ihrer Gesamtheit zu organisieren. Was Sinn macht, denn Braut und Bräutigam wissen nun mal am besten, wie sie sich ihren großen Tag vorstellen. Deswegen sind überraschende Eingriffe in die Planung heikel. Das Brautpaar fühlt sich womöglich überrumpelt, ganz egal wie großzügig die Geste gemeint ist. Deswegen sollten alle Überraschungen, von der Torte bis zur musikalischen Gestaltung von Trauung und Feier, besser angekündigt, wenn nicht sogar komplett abgesprochen werden.
  • Unangemessene Geldgeschenke: Wie schon gesagt, ist Geld vielleicht nicht das kreativste, aber wahrscheinlich sicherste Geschenk. Einzige Ausnahme – ein unangemessener Hang zum Geiz. Die verschenkte Summe sollte schon über dem Betrag nehmen, der für den Verzehr aufgebracht werden muss. Als Faustregel gilt: Die Summe für ein mögliches Geburtstagsgeschenk verdoppeln.
  • Bad Trip Bookings: Eigentlich eine schöne Idee, dem Brautpaar nach der Hochzeit ein wenig gemeinsame Zeit zu zweit zu gönnen. Dann sollte das aber auch mit einem wirklichen Erlebnis verbunden sein. Ein Wochenendtrip in eine nahegelegene Kleinstadt dürfte zwar auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen, aber höchstwahrscheinlich nicht in der gewünschten Weise.

Die Liste ließe sich beliebig fortführen, zahlreiche Beiträge in einschlägigen Internetforen offenbaren eine schier endlose Kreativität, wenn es um furchtbare Hochzeitsgeschenke geht. Von wiederverschenkten oder übriggebliebenen Geschenken (reicht von Spirituosen bis zu Socken) über Antifaltencremes bis hin zu Diätpillen ist die Bandbreite geschmackloser Geschenke kaum überschaubar – und oftmals noch weniger zu glauben.

Hochzeitsgeschenke-Do’s: Eine weitere Auswahl

Wie also das Schenken zur Hochzeit besser machen? Die goldene Regel hierzu lautet schlichtweg: Die Wünsche des Brautpaares beachten. Damit geht möglicherweise die persönliche Note beim Schenken etwas verloren, erspart aber allen Beteiligten unangenehme Situationen. Falls es doch etwas Besonderes sein sollte, was nicht auf dem Wunschzettel steht, sollten beispielsweise die Trauzeugen zu Rate gezogen werden. Ansonsten – und das ist der schwierige Teil – lassen sich schlechte Geschenke durchaus auch in einer angemessenen Variante gestalten.

Beispiel Positive Erlebnisse. Grundsätzlich ist zum Beispiel ein Wochenendtrip gar keine schlechte Idee. Besonders für den Fall, dass das Brautpaar – aus welchen Gründen auch immer – in absehbarer Zeit nach der Heirat keine Flitterwochen geplant hat, gibt es so zumindest die Möglichkeit einer Mini-Variante. Allerdings sollte dann auch das Reiseziel stimmen, Städte mit einem anerkannten Romantik-Potenzial (Venedig, Paris) bieten sich hierbei an, aber selbst gegen ungewöhnlichere Übernachtungsorte (Romantik-Iglu, Baumhaus, Hausboot etc.) ist tendenziell nichts einzuwenden – sofern sichergestellt ist, dass damit wirklich der Geschmack von Braut und Bräutigam getroffen wird.

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Es muss ja auch nicht gleich eine Reise sein, beliebt sind inzwischen auch Dinner mit Eventcharakter oder mit außergewöhnlichem Hintergrund – wie etwa ein Dinner in the Dark. Ansonsten geht selbstverständlich alles, was dem Brautpaar Spaß macht, was bislang aber aus Zeitmangel oder anderen Gründen noch nicht in die Tat umgesetzt werden konnte.

Beispiel Geldgeschenke richtig machen. Zugegeben, Geld ist kein besonders einfallsreiches Geschenk. Kann es aber durchaus werden, wenn die Schenker nur ein wenig Mühe und Kreativität investieren wollen. Klassisch sind verschiedenste Falttechniken, die aus den Geldscheinen Brautkleider, Hemden, Herzen oder Blumenblüten zaubern. Das hat allerdings den Nachteil, dass damit doppelt Arbeit ansteht, schließlich wollen die kleinen Kunstwerke irgendwann ja auch wieder entfaltet werden. Andererseits können Geldgeschenke so wunderbar in ganz unterschiedlicher Weise verpackt werden, als Teil eines Bildes samt Rahmung etwa oder motivisch an einen bestimmten Zweck (zum Beispiel eine Reise) angepasst.

Eine gänzlich andere Variante, vorzugsweise für Hochzeitspaare, die ohnehin schon alles haben und /oder über eine sehr soziale Ader verfügen: Das Hochzeitsgeldgeschenk gleich in eine Spende für einen guten Zweck umwandeln. Möglicherweise unterstützen Braut und Bräutigam bereits ein Projekt oder haben zumindest ein starkes Interesse daran, dann kann ihnen hiermit die konkrete finanzielle Unterstützung ein Stück weit abgenommen werden.

Von Fall zu Fall

Trotz aller Hilfestellung bleibt das Schenken zur Hochzeit immer eine Einzelfallentscheidung. Die Wünsche der Brautpaare können ganz unterschiedlich sein, ebenso deren humoristische Belastbarkeit bei allzu witzig gemeinten oder zotigen Präsenten. Um die Wahrscheinlichkeit unangenehmer Momente für alle so gering wie möglich zu halten, sollte auf weniger geschmackssichere Ausreißer besser von vorneherein verzichtet werden. Darüber hinaus bergen zu außergewöhnliche Geschenke die Gefahr, über das Ziel hinaus zu schießen – die Vorlieben und Wünsche des Hochzeitspaares sollten auch beim Schenken immer im Vordergrund stehen. Immerhin ist es sein großer Tag.

 

 

Bilder

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