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Knigge für Geschäftsessen: Die 19 wichtigsten Regeln & Umgangsformen

Darf beim Geschäftsessen Wein getrunken werden? Wie filetiert man einen Fisch, ohne sich zu blamieren? Und welche Gesprächsthemen sind am Tisch ein absolutes No-Go? Der Business-Knigge für Geschäftsessen gibt Ihnen die wichtigsten Regeln zu Tischmanieren und Umgangsformen an die Hand, damit Sie beim nächsten geschäftlichen Essen souverän auftreten.

Ab wann spricht man von einem Geschäftsessen?

Ein Geschäftsessen liegt immer dann vor, wenn ein Vorgesetzter, Geschäftspartner oder Kunde mit am Tisch sitzt und die Einladung einen beruflichen Hintergrund hat. Klassisch ist dabei der Besuch in einem Restaurant, aber auch ein Treffen in den eigenen vier Wänden kann als Geschäftsessen deklariert werden, auch wenn die Umstände lockerer gehalten sind.

Gerade bei formellen Anlässen zahlt sich gutes Benehmen aus. Wer sich sicher und gesellschaftsfähig bewegt, hinterlässt bei Geschäftspartnern und Vorgesetzten einen guten Eindruck und bleibt als kompetent in Erinnerung. Dabei sind gute Manieren keine Raketenwissenschaft. Es reicht, die größten Stolperfallen zu kennen und diese geschickt zu umgehen.

Wie Sie schon bei der Einladung zum Geschäftsessen positiv auffallen können, lesen Sie im Beitrag zur geschäftlichen Einladung.

Checkliste: Vor dem Geschäftsessen

Ein gelungenes Geschäftsessen beginnt schon vor dem ersten Gang. Diese Punkte lohnt sich vorab zu klären:

  • Uhrzeit und Location rechtzeitig bestätigen
  • Dresscode klären, falls es Fragen geben sollte
  • Allergien oder Ernährungsvorlieben der Gäste erfragen
  • Bei eigener Einladung: Tisch reservieren und auf eine ruhige Lage im Restaurant achten
  • Klären, wer die Rechnung übernimmt, in der Regel der Gastgeber
  • Bei internationalen Gästen: kulturelle Besonderheiten kurz recherchieren
  • Ein paar unverfängliche Gesprächsthemen im Kopf haben

Der typische Ablauf eines Geschäftsessens auf einen Blick

Die folgenden 19 Regeln lassen sich leichter einordnen, wenn man den groben Ablauf eines Geschäftsessens vor Augen hat:

  1. Begrüßung und Small Talk beim Eintreffen
  2. Aperitif oder erste Getränke bestellen
  3. Vorspeise, dabei lockere, unverfängliche Gesprächsthemen
  4. Hauptgang, weiterhin Small Talk
  5. Dessert, danach frühestens das eigentliche Geschäftliche ansprechen
  6. Rechnung durch den Gastgeber, meist diskret abseits des Tisches
  7. Verabschiedung

Die 19 wichtigsten Knigge-Regeln für Geschäftsessen

Als Adolph Freiherr Knigge 1788 sein Werk „Über den Umgang mit Menschen“ veröffentlichte, gab es Geschäftsessen, wie wir sie heute kennen, noch lange nicht, gutes Benehmen zählte aber auch schon damals. Knigge ging es dabei nie um starre Etikette, sondern darum, wie Menschen rücksichtsvoll und anständig miteinander umgehen. Diese Grundhaltung ist bis heute aktuell, und höfliche Umgangsformen öffnen nach wie vor Türen, im Beruf wie im Privatleben.

Beim geschäftlichen Mittag- oder Abendessen kann trotzdem einiges daneben gehen. Die folgenden 19 Regeln zeigen, worauf es bei Tischmanieren und Umgangsformen wirklich ankommt.

1. Besteck: Messer, Gabel, Löffel

In manchen Etablissements ist es ganz einfach, in anderen stellt Sie die Besteckauswahl vor eine Herausforderung. Sie fragen sich, welche Gabel die richtige ist? Ganz einfach: Benutzen Sie das Besteck immer von außen nach innen, es liegt automatisch passend zum jeweiligen Gang bereit.

Bei einem Amuse-Gueule liegt das passende Besteck direkt auf dem Teller, auf dem der Gruß aus der Küche serviert wird.

Auch die Art, wie Sie Besteck ablegen, hat eine Bedeutung, sie zeigt dem Service, ob Sie pausieren oder fertig sind:

  • Gabel auf acht und Messer auf vier Uhr: Sie machen nur Pause.
  • Messer und Gabel überkreuzt: Sie sind bereit für mehr, den nächsten Gang oder einen Nachschlag.
  • Gabel und Messer gemeinsam auf vier Uhr: Sie sind fertig mit dem Gericht.

Übrigens: Die eingedeckten Gläser nehmen Sie von rechts nach links, gehalten wird jeweils im unteren Drittel des Stiels.

2. Es heißt Serviette, nicht Lätzchen

Die Serviette ist weder Lätzchen noch Taschentuch-Ersatz. Am besten legen Sie sie einfach gefaltet auf den Schoß oder komplett beiseite. Stehen Sie zwischendurch auf, kommt sie locker gefaltet links neben den Teller. Auch nach dem letzten Gang landet die Serviette dort, auf dem Teller selbst hat sie nichts verloren.

3. Mit den Fingern essen: Fingerfood

Bei einem formellen Essen bestellen Sie am besten Gerichte, die sich unauffällig mit Besteck essen lassen. Die Finger kommen nur bei bestimmten Speisen zum Einsatz, etwa bei Garnelen, Muscheln, Spareribs oder Canapés.

Tipp: Liegen Erfrischungstücher am Tisch bereit, ist das ein sicheres Zeichen, dass Fingerfood erlaubt ist.

4. Alkohol: ja oder nein?

Ein Glas Wein oder Bier gehört bei Geschäftsessen häufig dazu, in Maßen. Möchten Sie darauf verzichten, ist das völlig in Ordnung, eine Begründung brauchen Sie dafür nicht. Auch als Gastgeber müssen Sie nicht mittrinken, ein Anstoßen mit Wasser funktioniert genauso gut.

5. Wein verkosten

Schenkt der Kellner Ihnen einen Schluck zum Probieren ein, prüfen Sie kurz, ob der Wein die richtige Temperatur hat und nicht nach Kork schmeckt. Passt alles, reicht ein kurzes Nicken.

Als grobe Orientierung zur Serviertemperatur:

  • Weißwein: eher kühl, zwischen 8 und 12 Grad Celsius
  • Rotwein: eher warm, bis etwa 18 Grad Celsius
  • Schaumwein wie Prosecco oder Cava: kühl, um 6 Grad Celsius

6. Und prost! Richtig anstoßen

Angestoßen wird klassischerweise nur mit Wein, Champagner oder Sekt, auf dem Oktoberfest darf es natürlich auch der Bierkrug sein. Den ersten Schluck gibt der Gastgeber vor.

Am elegantesten heben Sie dabei einfach das Glas und nicken sich zu, ohne die Gläser laut gegeneinanderklirren zu lassen.

7. Suppe richtig auslöffeln

Schlürfen, auf den Löffel pusten oder Brot eintunken sind bei der Suppe tabu. Führen Sie den Löffel nur mit der Spitze zum Mund, und kippen Sie den Teller nicht, um den letzten Rest zu erwischen. Klare Brühen dürfen Sie trinken, alle anderen Suppen werden ausschließlich gelöffelt. Sind Sie fertig, legen Sie den Löffel auf den Unterteller.

8. Fisch richtig essen

In gehobenen Restaurants landet gerne Fisch auf der Karte. Damit das Zerlegen nicht zur Herausforderung wird, hilft diese Reihenfolge:

  1. Flossen entfernen.
  2. Mit dem Fischmesser vom Kopf bis zum Schwanz durch den Rücken fahren und so die Filets teilen.
  3. Die beiden Hälften aufklappen.
  4. Gräten entfernen und auf einem separaten Teller ablegen.

Ein kurzes Video zeigt die einzelnen Schritte noch einmal anschaulich.

9. Begrüßung: Drücken oder Schütteln?

Bei der Begrüßung zählt im Geschäftsleben die Hierarchie: Treffen mehrere Personen gleichzeitig ein, wird zunächst die ranghöchste Person begrüßt.

Zur Begrüßung stehen Sie auf und stellen sich mit Namen vor. Kennen sich einzelne Personen bereits, begrüßen sie sich zuerst, danach stellt erst der Rangniedrigere, dann der Ranghöhere die eigene Begleitung vor.

Die Hand wird gegeben, ohne zu schütteln, dabei blicken Sie Ihrem Gegenüber in die Augen. Der Händedruck dauert nicht länger als etwa fünf Sekunden.

10. (Un)pünktlichkeit

Pünktlichkeit ist eine Frage des Respekts, unabhängig vom eigenen Rang im Unternehmen sollten Sie niemanden warten lassen. Aber Vorsicht: Auch deutlich zu früh zu erscheinen gilt als unpassend.

Nur in wenigen Fällen ist eine Verspätung akzeptiert, etwa bei einem Empfang oder einer größeren Firmenfeier. Auf offiziellen Einladungen finden sich dazu manchmal folgende Kürzel:

  • „c.t.“ (cum tempore, „mit Zeit“): eine kurze Verspätung ist eingeplant.
  • „s.t.“ (sine tempore, „ohne Zeit“): pünktlich auf die Minute erscheinen.

11. Am Buffet

Auch am Buffet gilt Rücksichtnahme: nicht drängeln, den Teller nicht überladen und nicht schon vom Buffet aus naschen. Hungrig müssen Sie trotzdem nicht bleiben, mehrere Gänge zum Buffet sind völlig normal, nehmen Sie sich dafür einfach für jeden Gang einen neuen Teller.

12. Geschenke für den Gastgeber

Eine kleine Aufmerksamkeit für die Gastgeberin oder den Gastgeber kommt gut an, vor allem bei privaten Einladungen gehört das mittlerweile zum guten Ton.

Lädt Sie Ihr Chef aus geschäftlichem Anlass zu sich nach Hause ein, ist ein Geschenk nicht zwingend nötig, Blumen für die Partnerin oder den Partner sind aber eine nette Geste. Übrigens werden Blumen unverpackt überreicht, mit einer kleinen Begleitkarte.

Als Gastgeber müssen Sie ein Geschenk nicht sofort auspacken, sollten es im Laufe des Abends aber auf jeden Fall würdigen, damit sich die schenkende Person nicht übergangen fühlt.

(Verlinkung: Produktkarten „Williamsbrand“, „Partnerschaft“, „Kleines Olivenset“, „Dolce Torrone“, „Wellnesskästchen“, „Weinglashalter Vinolino“)

13. Wenn das Smartphone dreimal klingelt

Das Smartphone hat am Tisch nichts verloren. Widmen Sie sich ganz Ihrem Gegenüber, wer das Smartphone neben dem Teller platziert oder immer mal wieder unter dem Tisch einen Blick darauf wirft, gilt schnell als unhöflich. Am besten verstauen Sie es in der Tasche und schalten es für die Dauer des Treffens auf stumm.

14. Tischgespräche: Small Talk und passende Themen

Beim Geschäftsessen gehört Small Talk einfach dazu: Ein freundlicher, angeregter Austausch mit den Tischnachbarn sorgt für gute Stimmung, zeigen Sie sich dabei offen und interessiert.

Nur worüber spricht man einen ganzen Abend, wenn man sich kaum kennt, und was ist tabu?

Passende Themen:

  • der Ort des Treffens
  • der Anlass des gemeinsamen Essens
  • Speisen und Getränke, positiv formuliert
  • gemeinsame Bekannte, ohne zu lästern
  • die letzten Reisen
  • Kultur und Sport
  • Musik und Hobbys

Tabu:

  • über das Essen herziehen, das wirkt schnell stillos
  • Kritik an anwesenden oder abwesenden Personen
  • Politik, Geld, Religion und Weltanschauungen
  • Krankheiten, gesundheitliche Probleme oder der Tod

Übrigens: Geschäftliches wird traditionell erst nach dem Dessert besprochen, bis dahin dreht sich das Gespräch um Themen, bei denen alle mitreden können.

15. Ablehnen: so geht's richtig

Schmeckt Ihnen die Beilage nicht, oder möchten Sie einen Gang auslassen? Kein Problem. Etwas auf dem Teller liegen zu lassen oder ein Gericht abzulehnen, ist kein Fauxpas, solange Sie es diskret und ohne großes Aufheben tun.

16. Als Gastgeber: Rechnung begleichen

Wurde nichts anderes abgesprochen, übernimmt der Gastgeber am Ende die Rechnung. Ein stummes Nicken an den Kellner reicht, idealerweise bezahlen Sie abseits des Tisches.

Beim Trinkgeld gilt: Bei kleineren Beträgen sind zehn Prozent üblich, ab mehreren hundert Euro reichen fünf Prozent.

Übrigens: Als Gast bestellen Sie besser nicht das teuerste Gericht der Karte.

17. Oh je, ein Missgeschick: so bleiben Sie souverän

Missgeschicke passieren jedem. Fällt die Gabel zu Boden oder kippt das Glas um, machen Sie kein großes Drama daraus. Bitten Sie unauffällig den Service um Ersatz oder darum, die Spuren zu beseitigen.

Hat es einen anderen Gast erwischt, entschuldigen Sie sich höflich und bieten notfalls an, für die Reinigungskosten aufzukommen.

18. Dresscode: Kleider machen Leute

Business-Kleidung ist beim Geschäftsessen Pflicht. Männer liegen mit Sakko oder Anzug samt Krawatte richtig, Frauen mit Etuikleid oder Hosenanzug. Dezente, dunkle Farben sind die sichere Wahl.

Auch gepflegte Hände und Haare gehören zum guten Stil. Muss der Lippenstift nachgezogen werden, geschieht das diskret auf der Toilette, nicht am Tisch.

19. Restaurant auswählen

Sind Sie selbst Gastgeber, wählen Sie ein Restaurant, das Sie gut kennen und von dem Sie überzeugt sind. Erkundigen Sie sich vorab, ob vegetarische oder vegane Gäste dabei sind. Auch die Herkunft Ihrer Geschäftspartner kann bei der Wahl eine Rolle spielen, manche Länder haben eigene kulinarische Vorlieben oder Tabus.

Nützliche Musterformulierungen für heikle Momente

Manche Situationen am Tisch sind unangenehmer als andere. Diese Formulierungen helfen, souverän zu bleiben:

  • Höflich ablehnen: „Das probiere ich gerne ein andermal, für heute reicht es mir.“
  • Zum Geschäftlichen überleiten (nach dem Dessert): „Wo wir gerade zusammensitzen, lassen Sie uns kurz über [Thema] sprechen.“
  • Diskret nach der Rechnung fragen: Ein kurzes Nicken Richtung Service reicht meist, alternativ: „Könnten wir bitte zusammen abrechnen?“
  • Bei einem eigenen Missgeschick: „Das ist mir jetzt etwas peinlich, aber lassen wir uns davon nicht die Laune verderben.“
  • Ein Gespräch höflich beenden, wenn es zu privat wird: „Das ist eine spannende Geschichte, aber lassen Sie uns auch noch über [Thema] sprechen.“

Knigge beim Geschäftsessen: das sollten Sie mitnehmen

Wer die wichtigsten Knigge-Regeln für das Geschäftsessen einmal verinnerlicht hat, geht deutlich entspannter in die nächste geschäftliche Einladung. Am Ende steckt hinter all den Regeln vor allem eines: Rücksichtnahme auf die Menschen am Tisch. Gemeinsames Essen verbindet, stärkt Beziehungen im Team wie zwischen Geschäftspartnern, und gutes Benehmen macht dabei oft schon den entscheidenden Unterschied, manchmal sogar für den nächsten Vertragsabschluss.

Falls Sie sich nur fünf Dinge merken wollen:

  • Pünktlich sein, weder zu früh noch zu spät erscheinen
  • Das Smartphone bleibt in der Tasche oder zumindest lautlos
  • Besteck immer von außen nach innen verwenden
  • Politik, Religion, Geld und Krankheiten sind keine Tischgesprächsthemen
  • Als Gastgeber übernehmen Sie die Rechnung, unauffällig und ohne großes Aufheben
Felsiger Gebirgskamm mit schneebedeckten Gipfeln

Häufige Fragen: Knigge für Geschäftsessen

Was gilt als Geschäftsessen?

Jedes Essen, bei dem ein Vorgesetzter oder Geschäftspartner mit am Tisch sitzt und die Einladung einen geschäftlichen Anlass hat, unabhängig davon, ob es im Restaurant oder privat stattfindet.

Wer zahlt die Rechnung beim Geschäftsessen?

In der Regel der Gastgeber, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Am besten begleichen Sie die Rechnung unauffällig, idealerweise abseits des Tisches.

Welche Gesprächsthemen sind beim Geschäftsessen tabu?

Politik, Geld, Religion, Weltanschauungen sowie Krankheiten und der Tod gelten als Tabuthemen am Tisch.

Was tue ich, wenn mir ein Missgeschick passiert?

Gelassen bleiben und den Service unauffällig um Hilfe bitten, etwa um neues Besteck oder um das Beseitigen verschütteter Getränke. Kein großes Aufheben machen.

Wieviel Trinkgeld ist beim Geschäftsessen üblich?

Bei kleineren Beträgen sind rund zehn Prozent üblich, ab mehreren hundert Euro reichen etwa fünf Prozent.