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Weihnachten in anderen Ländern: Die schönsten & kuriosesten Weihnachtsbräuche weltweit

Herumfliegende Hexen, Picknick am Strand, Fiesta feiern – auch an Weihnachten gilt: andere Länder, andere Sitten. Kommen Sie mit uns auf eine kleine weihnachtliche Weltreise und lernen Sie die Weihnachtsbräuche in anderen Ländern kennen.

Weihnachten weltweit

Wie wird Weihnachten in anderen Ländern gefeiert?

Das Weihnachtsfest wird weltweit begangen, doch die Feierlichkeiten unterscheiden sich von Kultur zu Kultur und abhängig von der Religion. Nicht überall feiern die Menschen mit Weihnachtsbaum, Krippe und Christkind wie in Deutschland. Doch wie sieht Weihnachten im Ausland aus? Hier ein Überblick über besondere Weihnachtsbräuche in Europa und dem Rest der Welt.

England

Fröhlich-bunt wird Weihnachten in England gefeiert – mit vielen Girlanden und Luftschlangen. Ein Brauch ist es, eine Leine durchs Zimmer zu spannen, an der die geschenkten Weihnachtskarten aufgehängt werden.

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Übrigens: Die Weihnachtskarte wurde im Jahr 1843 in Großbritannien erfunden! Mehr zur Geschichte der Weihnachtskarte lesen Sie im Artikel „Die spannende Geschichte der Weihnachtskarte“.

In England bringt Father Christmas als Weihnachtsmann in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Präsente. Er kommt durch den Schornstein und füllt die Strümpfe der Kinder, die am Heiligabend an den Kamin gehängt wurden. Das traditionelle britische Weihnachtsessen besteht aus einem gefüllten Truthahn sowie flambiertem Plumpudding zum Nachtisch. Dabei setzen sich manche Engländer Papierhütchen auf und öffnen Knallbonbons. Im Dessert ist eine Münze versteckt, der Finder darf sich etwas wünschen.  Feste Tradition zu Weihnachten hat außerdem die Weihnachtsansprache der Königin, welche fast jeder Haushalt verfolgt.

Klassisches Weihnachtsdessert in England.

Darf beim britischen Weihnachtsfestmahl nicht fehlen – der flambierte Plumpudding.

Frankreich

In Frankreich unterscheiden sich die Weihnachtsbräuche von Region zu Region. Am 6. Dezember verteilt der Nikolaus seine Gaben, vor allem im Elsass und Lothringen begleitet ihn ein dunkelgekleideter Helfer, der sogenannte „Père Fouettard“ (zu Deutsch: Knecht Ruprecht), der unartigen Kindern mit der Rute droht.

In Frankreich heißt der Weihnachtsmann „Père Noel“ (Vater Weihnacht) und trägt ein langes rotes Gewand und eine Zipfelmütze. Er legt traditionell in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Geschenke für die Kinder unter den geschmückten Baum. Ausgepackt werden sie allerdings erst am ersten Weihnachtsfeiertag. Dabei transportiert der französische Weihnachtsmann die Präsente nicht in einem großen braunen Sack, sondern in einem Korb auf seinem Rücken. In Frankreich ist der 24. Dezember ein ganz normaler Arbeitstag, erst abends beginnt der festliche Teil.

An Heiligabend besuchen die gläubigen Franzosen die Christmesse und lassen sich anschließend ein mehrgängiges Weihnachtsessen (Réveillon de Noel) schmecken, entweder daheim oder im Restaurant. Typische Speisen, die in Frankreich zum Fest aufgetischt werden, sind Gänsestopfleber, Austern, Muscheln, Pasteten und ein mit Maronen gefüllter Truthahn. Natürlich dürfen auch die traditionelle Käseplatte sowie Butter und Brot nicht fehlen. Abgeschlossen wird das Festmahl mit der Bûche de Noel, einem Kuchen, der einem Baumstamm ähnelt.

Italien

Im katholischen Italien ist Weihnachten eines der wichtigsten Feste des Jahres, bereits in der Vorweihnachtszeit wird gefeiert. Ein bedeutender Feiertag ist Mariä Empfängnis am 8. Dezember. An diesem Tag besorgen die Italiener traditionsgemäß ihren Tannenbaum und kleiden das Haus in ein weihnachtliches Gewand. Bei den Italienern steht vor allem die prächtig geschmückte Weihnachtskrippe im Mittelpunkt des Festes.

Weihnachtlich geschmückte Straße in Italien.

Weihnachten ist in Italien eines der wichtigsten Feste des Jahres.

An den Weihnachtsfeiertagen dreht sich alles um die Familie und ein leckeres Festmahl, bei dem natürlich auch Pasta ein fester Bestandteil sind. Auf Kalorien wird dabei in Italien weniger geachtet: Neben süßen Broten mit Schokoladenstückchen wird auch die beliebte Mascarpone-Creme serviert. Auch der Besuch der Messe gehört an Heiligabend zum festlichen Ritual. Geschenke gibt es erst am 25. Dezember.

Der letzte Festtag im weihnachtlichen Kalender ist „La Befana“ am 6. Januar. Befana heißt die Hexe beziehungsweise die Frau des Weihnachtsmanns, die der Legende nach in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf der Suche nach dem Jesuskind auf einem Besen von Haus zu Haus fliegt: Brave Kinder bekommen von ihr Süßigkeiten und Geschenke, ungezogene Kinder „bestraft“ sie mit einem Stück Kohle. Ein wichtiger Tag im weihnachtlichen Kalender ist auch der 8. Dezember.

Polen

In Polen wird an Weihnachten auch Karpfen serviert.

An Heiligabend wird in Polen geschlemmt – aber nur fleischlose Gerichte.

Weihnachten ist in Polen ebenfalls das Familienfest des Jahres. Ehe sich jedoch in Polen an Heiligabend die ganze Familie um den festlich gedeckten Tisch versammelt, heißt es vom 1. Advent bis Heiligabend: fasten. Bei der „Wigilia“ (zu Deutsch: Weihnachtsessen) am 24. Dezember wird dann groß aufgetischt, allerdings nur fleischlose Gerichte wie eingelegter Fisch, Rote-Beete-Suppe, gefüllte Teigtaschen, Karpfen in Biersauce und Mohnkuchen. Das Festessen beginnt erst, wenn der erste Stern am Himmel erscheint. Kurios: Viele Familien legen ein zusätzliches Gedeck auf, falls ein unerwarteter Gast zu Besuch kommen sollte. Dieses Brauchtum geht auf die biblische Weihnachtserzählung zurück. Darin versuchen Maria und Josef eine Unterkunft zu finden, werden von den Herbergen aber abgewiesen. Die Bescherung findet in Polen nach dem Weihnachtsessen statt, Geschenkebringerin ist wie in Deutschland das Christkind.

Russland

Russische Weihnachten fallen ein wenig aus dem Rahmen. Denn hier sind weder der Weihnachtsmann oder das Christkind die zentralen Figuren, sondern Väterchen Frost. Den erwarten die Kinder sehnsüchtig auf seinem Schlitten, zusammen mit seiner Enkelin, einem Schneemädchen. Das russisch-orthodoxe Weihnachtsfest wird außerdem am 7. Januar gefeiert. Nach dem Julianischen Kalender entspricht das dem 25. Dezember – also unserem ersten Weihnachtsfeiertag. Gläubige Russen fasten vor dem Fest 40 Tage lang, der Gottesdienst an Weihnachten spielt für sie eine wichtige Rolle. Die Hauptmesse in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau wird live im Fernsehen und Internet übertragen. Zum Weihnachtsfest tischt man in Russland typische Speisen wie Salat, Kutja, Hering, Pastete oder Kaviar auf.

Spanien

Zur Noche Buena (Heiligabend) trifft sich in Spanien traditionell die ganze Familie zu einem festlichen Abendessen. Je nach Region kommen unterschiedliche Spezialitäten auf den Tisch wie Truthahn, Meeresfrüchte, Mandel- oder Nusssuppe. Ein Muss der spanischen Weihnacht ist „Turron“, ein Dessert aus Ei, Nüssen, Mandeln, Honig und Nougat. Auch der Besuch der Messe ist an Heiligabend Tradition. Die Geschenke bekommen die spanischen Mädchen und Jungen aber erst am 6. Januar – von den Heiligen Drei Königen, einen Weihnachtsmann kennen die Spanier nicht. Weihnachtsbäume findet man in Spanien eher selten, dafür stellen Familien meist prächtige Weihnachtskrippen auf. Das wichtigste Weihnachtsereignis ist allerdings die Ziehung der Glückszahlen der Weihnachtslotterie – eine Tradition seit über zwei Jahrhunderten. Zu diesem Anlass kaufen sich die meisten Menschen Lose und verfolgen die Ziehung im Fernsehen.

Griechenland

In Griechenland findet man zur Weihnachtszeit auch festlich dekorierte Boote.

Ein Boot in weihnachtlichem Gewand: Festliche Weihnachtsdeko in Griechenland.

Am 24. Dezember ziehen in Griechenland Gruppen von Kindern von Haus zu Haus und singen traditionelle Weihnachtslieder (Kalanda) – ein Brauch ähnlich dem des Sternsingens in Deutschland. Es soll Glück und Segen für die Familie bringen. Den Nikolaustag kennen die Griechen auch – allerdings hat er dort eine andere Bedeutung. An diesem Tag feiern Menschen, die Nick, Nicole, Nico oder ähnlich heißen ihren Namenstag. Insbesondere auf Kreta ist der Namenstag ebenso wichtig wie der Geburtstag und wird in großem Stil gefeiert. Früher brachte der heilige Vassilius die Geschenke für die Kinder am 1. Januar. Heute erhalten die Kinder jedoch, wie in vielen anderen europäischen Ländern, ihre Präsente bereits am 24. oder 25. Dezember. Auf die griechische Festtafel am Weihnachtsabend kommt in vielen Familien Truthahn. Außerdem lieben die Griechen Butterplätzchen mit Mandeln (Kourambiedes) und Honiggebäck (Melomakarona).

Schweden

Julfest“ nennen die Schweden ihr Weihnachtsfest. Das beginnt am ersten Advent und endet am 13. Januar. Ein wichtiger Feiertag in der Vorweihnachtszeit ist am 13. Dezember das Fest der heiligen Lucia. Das traditionelle schwedische Weihnachtsbüffet „Julbord“ besteht aus vielen unterschiedlichen Speisen. Im Mittelpunkt stehen aber der saftige Weihnachtsschinken (Julskinka), Heringshappen, Butter und Brot. Oft gibt es auch Aufläufe, Omelett und die bekannten Köttbullar, also deftige Fleischbällchen.

Beliebter Weihnachtsschmuck in Schweden – der Julbock

Ein Stroh-Ziegenbock als Deko am Weihnachtsbaum in Schweden soll Fruchtbarkeit darstellen.

Früher brachte der Julbock, ein Ziegenbock, zu Weihnachten die Geschenke für die Kinder, später löste ihn der Weihnachtsmann ab, der in Schweden Jultomte genannt wird. Der Ziegenbock schmückt als Fruchtbarkeitssymbol auch Tannenbäume als Deko und große Stroh-Ziegenböcke werden an öffentlichen Plätzen und Weihnachtsmärkten aufgestellt.

Niederlande

Bei den Niederländern ist der Nikolaustag (Sinterklaasavond) am 6. Dezember wichtiger als der 24. Dezember. Denn da kommt der Sinterklaas, der Nikolaus, mit einem prächtig geschmückten Dampfschiff voller Geschenke an. Zusammen mit seinen Helfern, den Zwarten Pieten, beschert er vor allem die Kinder. Mittlerweile feiern die Niederländer jedoch auch den Weihnachtsabend mit dem Weihnachtsmann und beschenken sich gegenseitig.

Australien

Weihnachten bei 40 Grad und Sonne? Auf dem australischen Kontinent findet Weihnachten im Sommer statt. Das spiegelt sich auch in den Inhalten der Weihnachtslieder wider. Populär ist beispielsweise der Song „Six White Boomers“. Dieser handelt vom Weihnachtsmann, der seine Rentiere gegen sechs weiße Kängurus eintauscht. Apropos Weihnachtsmann: Der heißt in Australien wie in England auch Santa Claus und rutscht der Legende nach durch den Schornstein ins Haus und legt die Geschenke unter den Baum oder in die Strümpfe am Kamin. Allerdings ist die Bescherung in Australien nicht an Heiligabend. Denn da verbringen die Aussies den Abend im Kreise der Familie bei einem traditionellen Essen mit Truthahn und Plum Pudding. Die Geschenke gibt es am Christmas Day, dem 25. Dezember. Beliebt ist auch der Brauch, sich am ersten Weihnachtsfeiertag mit Freunden am Strand zu einem Picknick zu treffen.

In Australien herrscht an Weihnachten perfektes Badewetter.

Australier planschen an Weihnachten bei 40 Grad und Sonne pur gerne im Meer.

USA

In den USA ist auch an Weihnachten alles eine Nummer größer und ausgeflippter als anderswo. Bunte Lichterdeko und festlich geschmückte Häuser sieht man hier zum Fest nahezu überall. In der Nacht zum 25. Dezember fliegt Santa Claus mit seinen Rentieren von Haus zu Haus und füllt dort die aufgehängten Strümpfe mit Geschenken. An Weihnachten kommt traditionell Truthahn auf den Tisch – wie am Thanksgiving Day. Und auch der warme Punsch darf bei einer klassischen amerikanischen Weihnachtsfeier nicht fehlen. Beliebt ist zudem der so genannte vorweihnachtliche Brauch des Christmas Tree Hunt: Am Wochenende vor Weihnachten machen Familien einen Ausflug aufs Land oder in die Berge und fällen dort einen Weihnachtsbaum für die Feiertage.

Kolumbien

Die Vorweihnachtszeit läutet in Kolumbien die „Noche de las Velitas“ am 7. Dezember ein. An diesem Abend zünden die Menschen überall Kerzen zu Ehren der Jungfrau Maria an und stellen sie auf Balkone, Fensterbänke und in Hauseingänge. Die Noche de las Velitas ist ein riesiges Familienfest mit stimmungsvoll beleuchteten Häusern, Musik auf den Straßen und Chören, die Weihnachtslieder singen. Das Weihnachtsfest ist in Kolumbien ein wichtiges religiöses Fest. Neun Tage vor dem Fest werden überall Weihnachtsmessen in den Kirchen gefeiert. Am 24. Dezember verbringen die Familien abends zusammen, essen gemeinsam, beten und singen. Die Geschenke erhalten die Kinder vom „Nino de Dios“, dem Christkind. Übrigens: An Weihnachten herrschen in Kolumbien Temperaturen um die 30 Grad. Die Kolumbianer schmücken ganze Straßen und Häuser mit bunt blinkenden Lichterketten. Auch die eigenen Häuser sind mit viel Glitzer und Gold dekoriert.

Weihnachten in aller Welt: kuriose & lustige Bräuche

Wussten Sie, dass in Finnland der Weihnachtsmorgen traditionell heiß mit einem Sauna-Gang beginnt? Nachfolgend haben wir weitere kuriose und lustige Weihnachtsbräuche weltweit zum Fest zusammengetragen.

Kurioser Weihnachtsbrauch in den USA: Weihnachtsgurke am Tannenbaum.

Kurioser Weihnachtsbrauch: In den USA schmückt eine Weihnachtsgurke so manchen Tannenbaum.

  • Schweden: In Deutschland kommt Aschenbrödel zum Fest im TV, in Schweden beginnt Heiligabend mit einer Donald-Duck-Sendung.
  • Griechenland: In Griechenland dekorieren manche Familien keinen Tannenbaum, sondern schmücken ihre Boote mit festlicher Deko.
  • Venezuela: In Venezuelas Hauptstadt Caracas fahren die Menschen nicht mit dem Auto oder der Bahn zur Weihnachtsmesse, sondern rollen auf Inlineskates in die Kirche.
  • USA: Ein beliebter Weihnachtsschmuck für den Weihnachtsbaum ist eine gläserne Essiggurke (Christmas Pickle). Diese wird im Baum versteckt und die Gäste gehen an Weihnachten auf die Suche. Wer die Essiggurke findet, bekommt eine Belohnung.
  • Russland: Single-Frauen in Russland nutzen die Weihnachtszeit, um auf kuriosem Weg ihren zukünftigen Gatten zu finden. Sie tippen wahllos (oder gezielt) Nummern ins Telefon und wer abnimmt, gilt als Ehemann in spe.

Lust auf Weihnachten bekommen? Wir schenken Ihnen noch mehr Vorfreude auf das Fest!

Wenn Sie nach diesem Ausflug in die weihnachtlichen Traditionen anderer Länder Vorfreude auf das Weihnachtsfest bekommen haben, können wir Sie gut verstehen. Stöbern Sie einfach in unserem Magazin nach mehr weihnachtlichen Themen. Und vergessen Sie auch nicht, Ihren Liebsten eine Weihnachtskarte zu schreiben, um ihnen zu zeigen, was sie Ihnen bedeuten.

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