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Perfekt angesprochen: Die richtige Anrede in geschäftlichen Briefen, Karten und E-Mails

Die Bandbreite der Anreden in geschäftlicher Korrespondenz ist groß: Sie reicht vom formellen „Sehr geehrter Herr“ bis zum saloppen „Hi“ – und wirft in ihrer korrekten Anwendung so einige Fragen auf. Hier erfahren Sie die wichtigsten Tipps zur perfekten Business-Anrede und welche Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

korrekte Anrede in Brief verwenden

Die korrekte Anrede – und warum sie so wichtig ist

Wir schreiben tagtägliche unzählige Business-Briefe, geschäftliche Glückwunsch- oder Infokarten und vor allem E-Mails – und alle beginnen sie mit der Anrede. Doch wann reicht ein „Hallo“ oder in welchen Fällen sollten Sie lieber „Sehr geehrte(r)“ an den Beginn Ihres Schreibens setzen? Wie geht man mit Professoren- oder anderen Titeln um? Tatsache ist: Das korrekte Intro entscheidet darüber, mit welcher Stimmung sich der Empfänger unserem schriftlich formulierten Anliegen widmet.

Die Anrede in Briefen, auf Karten und in E-Mails ist der Türöffner für Ihr Anliegen und bestimmt das „Gesprächsklima“ Ihrer Korrespondenz – sie sollte daher möglichst perfekt sein.

Welche Anreden gibt es – und welche ist richtig? 5 Beispiele

Erfahren Sie hier, welche Formulierungen für die Anrede in geschäftlichen Schreiben geeignet sind – und worauf Sie am besten verzichten.

Die klassische Variante: „Sehr geehrte(r) Herr/Frau“

„Sehr geehrter Herr Mustermann“ – mit dieser Anrede beginnt immer noch das Gros der geschäftlichen Korrespondenz. Und damit liegen Sie auch (fast) immer richtig: Wenn Sie den Empfänger gut kennen, werden Sie sowieso automatisch auf eine persönlichere und/oder lockerere Variante der Anrede umschwenken – ansonsten ist dieser Klassiker „Sehr geehrte(r)“ das ideale Anrede-Mittel der Wahl.

Von den etwas antiquiert wirkenden Formeln „Werter Herr Mustermann“ oder „Verehrte Frau Müller“ sollten Sie indes lieber Abstand nehmen. Sie wirken wahlweise zu übertrieben freundlich oder gar ironisch.

Die moderne Variante: „Guten Tag“

Als ein wenig moderner als die klassische Anrede, aber als genauso freundlich und neutral hat sich die Guten-Tag-Anrede eingebürgert. Mit dem Intro „Guten Tag, Frau Müller“ machen Sie bei geschäftlichen Briefen und Karten nichts verkehrt.

Im E-Mail-Verkehr können Sie diese Anrede je nach Tageszeit noch um die Varianten „Guten Morgen, Frau Müller“ und „Guten Abend, Frau Müller“ erweitern.

Die persönliche Variante: „Liebe(r)“

Wenn Sie den Empfänger persönlich kennen und Ihr Verhältnis herzlich, vielleicht sogar freundschaftlich ist, dürfen Sie gerne von der Anrede „Lieber/Liebe …“ Gebrauch machen. Sie ist nicht auf private Briefe beschränkt.

Das „Liebe“ wird häufig mit dem Vornamen kombiniert – natürlich nur, sofern Sie mit dem Adressaten per Du sind. Doch auch in Kombination mit dem Nachnamen ist die persönliche Anrede gebräuchlich. Sprechen Sie langjährige Geschäftspartner also gerne mit „Liebe Frau Müller“ an.

Aber Achtung: Bei Bewerbungen ist die persönliche Anrede gänzlich tabu!

Frau liest geschäftlichen Brief mit korrekter Anrede

Wer die passende Anrede wählt, punktet beim Adressaten.

Die lockere Variante: „Hallo“

Die Anrede mit „Hallo“ mutet locker an – und ist für die E-Mail-Korrespondenz durchaus üblich. In Business-Briefen und -Karten sollten Sie jedoch darauf verzichten und sich für eine der drei zuvor genannten Varianten entscheiden.

Genauso wie das „Liebe“ kann das „Hallo“ wahlweise mit dem Vor- oder dem Nachnamen kombiniert werden: also „Hallo Max“ ebenso wie „Hallo Herr Mustermann“.

Die zu saloppe Variante: „Hi“

Das „Hi” in der Anrede sollten Sie nur im privaten Bereich verwenden. Im Geschäftlichen ist diese Anrede ein No-Go. Immer! Egal, wie gut Sie den Empfänger kennen.

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Noch mehr Tipps zur perfekten Anrede

Etwas komplizierter wird es, wenn der Empfänger Ihres Schreibens einen akademischen Titel trägt oder Sie mehrere Personen adressieren möchten. Wir erklären Ihnen hier die Regeln für diese speziellen Fälle.

Extra-Wissen I: Titel in der Anrede

Wenn der Empfänger Ihres Briefs oder Ihrer Mail einen Titel trägt, sollten Sie diesen in der Anrede – als Zeichen der Wertschätzung – erwähnen. Genannt werden jedoch nur die akademischen Titel Professor und Doktor, niedrigere Grade wie Master oder Bachelor entfallen.

  • Der Professor wird stets ausgeschrieben, also „Sehr geehrte Frau Professor Müller“.
  • Der Doktor darf abgekürzt werden, also „Sehr geehrter Herr Dr. Mustermann“.
  • Führt Ihr Adressat mehr als einen Titel, nennen Sie hiervon nur den höchsten. Dies gilt auch bei mehreren Doktortiteln, in der Anrede wird nur einer erwähnt.
  • Aber Achtung: In der Briefadresse werden alle Titel aufgezählt, den Professor dürfen Sie hier gerne als „Prof.“ abkürzen. Beispiel: „Prof. Dr. Maximilian Mustermann“

Extra-Wissen II: Reihenfolge bei mehreren Empfängern

Schreiben Sie an mehrere Adressaten, müssen Sie diese natürlich auch einzeln anreden.

  • Bei zwei Ansprechpartnern darf die Anrede wahlweise nebeneinander oder untereinander stehen.
  • Gibt es mehr als zwei Empfänger, empfiehlt sich die Anordnung der Anreden untereinander.
  • Die Reihenfolge der Anrede in Geschäftsbriefen hängt von der hierarchischen Stellung der Empfänger ab. In der korrekten Anrede sprechen Sie also erst den Geschäftsführer an und dann die stellvertretende Geschäftsführerin.

Und übrigens: Bei mehreren Empfängern wird das zweite sowie jedes weitere „sehr“ oder „lieber“ wegen des vorhergehenden Kommas klein geschrieben.

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Unbedingt vermeiden: Fehler bei der Anrede

Die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ sollten Sie nur in Ausnahmefällen verwenden – wenn Sie den Namen des oder der Empfänger partout nicht herausfinden können. Diese Form der Anrede ist zwar theoretisch korrekt und auch im Businessleben geläufig, besonders höflich ist sie jedoch nicht. Denn sie zeigt: Der Schreibende hat sich nicht die Mühe gemacht, den richtigen Empfänger herauszufinden! In der Regel genügt ein kurzer Anruf für diese Recherche: Machen Sie sich die Mühe und zeigen Sie Ihrem Gegenüber die nötige Wertschätzung – für eine vielversprechende Geschäftsbeziehung.

Noch wichtiger ist es, den Namen seines Gegenübers richtig zu schreiben! Wer hat sich nicht schon über einen Rechtschreibfehler in seinem Namen in der Anrede-Zeile geärgert? Einen Namen richtig zu schreiben, ist Ausdruck von Höflichkeit und Aufmerksamkeit. Das sollte jeder Adressat wert sein!

In der DIN 5008 sind die wichtigsten Regeln einer geschäftlichen Briefkorrespondenz festgelegt. Für die korrekte Anrede in Briefen gilt Folgendes: Die Anrede steht linksbündig mit einem zweizeiligen Abstand zur Betreffzeile. Nach der Anrede folgt erneut eine Leerzeile, ehe der Haupttext beginnt.

Und noch eine Rechtschreibungsformalie: Die förmlich korrekte Anrede endet stets mit einem Komma. Das erste Wort des Haupttexts wird dann klein geschrieben – sofern es sich dabei nicht um ein Substantiv handelt.

Anrede auf Englisch: 3 Beispiele für Formulierungen

Auch bei geschäftlicher Korrespondenz mit internationalen Geschäftspartnern gibt es mehrere Möglichkeiten der Anrede. Die korrekte Variante hängt letztlich davon ab, in welchem persönlichen Verhältnis Sie zum Adressaten Ihres Briefs oder Ihrer E-Mail stehen.

Frau tippt am Laptop einen Brief

Auch international gelten Regeln für die passende Anrede, egal ob bei analoger oder digitaler Post.

Die klassische Variante

„Dear Mr Miller“ bzw. „Dear Ms Miller” ist die Standardformulierung für englische Briefe oder Mails. Bei weiblichen Empfängern wird heutzutage nicht mehr zwischen Mrs – also einer verheirateten Frau – und Miss – also einer ledigen Frau – unterschieden und man verwendet standardmäßig „Ms“.

Und noch ein Hinweis: Im britischen Englisch verwenden Sie die Abkürzungen „Mr“ und „Ms“ ohne Punkt, im amerikanischen Englisch werden sie mit Punkt geschrieben – also „Dear Ms. Miller“.

Die persönliche Variante

Die geschäftliche Anrede mit Vornamen – also „Dear John“ bzw. „Dear Mary“ – sollte Personen vorbehalten bleiben, mit denen Sie besser bekannt sind. Bei Geschäftspartnern sollte dieser Anrede mindestens ein persönliches Treffen vorausgegangen sein.

Wenn Ihr Gegenüber Sie in seiner Antwort auf Ihr Anliegen direkt mit Vornamen anspricht, dürfen Sie selbstverständlich ebenso dazu übergehen.

Die unpersönliche Variante

Bei der englischen Anrede „Dear Sir or Madam“ handelt es sich um das Pendant zum deutschen „Sehr geehrte Damen und Herren“. Diese Anrede ist zwar durchaus akzeptiert, Sie sollten Sie jedoch nur als Notlösung verwenden, wenn sich der Name des richtigen Ansprechpartners partout nicht herausfinden lässt.

Die etwas informellere Variante der unpersönlichen Anrede wäre in Großbritannien „Dear all“, in den USA hingegen „Hi there“. Aber bitte auch diese Anrede eher vermeiden und lieber mehr Zeit in die Recherche nach dem Ansprechpartner investieren!

Extra-Wissen: Schreibweisen

In Großbritannien ist das Komma nach der Anrede optional. Setzen Sie eines, müssen Sie dies nach der Grußformel am Ende Ihres Schreibens wiederholen.

In den USA hingegen ist das Satzzeichen nach der Anrede Pflicht.

In beiden Fällen – Großbritannien und USA – wird im Haupttext groß weitergeschrieben, also zum Beispiel „Dear Ms Miller, Please find attached…“.

Erfolgreiche Geschäftsbriefe dank passender Anrede & Co.

Egal, ob auf Deutsch oder Englisch – und auch wenn es nur wenige Worte sind: Die Anrede in Briefen, auf Karten und in E-Mails sollte stets mit Bedacht gewählt und formuliert werden. Denn sie ist der Beginn einer jeden schriftlichen Geschäftsbeziehung, sie kann Türen öffnen oder sie für immer verschließen.

Ebenso wichtig wie eine angemessene Anrede in geschäftlichen und formellen Briefen oder E-Mails ist die Grußformel. Was es dabei zu beachten gibt, lesen Sie im Beitrag „Passende Grußformeln für Briefe, Karten und E-Mails“.

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Bilder: Bild 1 (Beitragsbild) und 2: gettyimages/ Westend61; Bild 3: gettyimages/Marko Geber